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Restaurierungsarbeiten
Die Kirche wurde mehrfach umgebaut. Anfangs war sie mit großer
Wahrscheinlichkeit Teil einer Klosteranlage iro-schottischer Mönche. Unter
Bonifatius zunächst Kathedrale des Bistum Büraberg; nach dem Tode von
Bischof Witta 746/47 wurde es dem Bistum Mainz eingegliedert. Es ist, als
„Austria“ bezeichnet, in einer Urkunde Karls des Großen von 775 erwähnt
und diente 774 – „Sachsen-Einfall“ – der umliegend wohnenden Bevölkerung
als Fliehburg. Schon unter Bonifatius verlor die Bürabergkapelle an
Bedeutung; der institutionelle Hauptsitz der Kirche wurde nach Fritzlar
verlegt. Bis 786 war die Bürabergkapelle noch chorepiskopaler Bezirk unter
einem Mainzer Chorbischof, danach Großkirchspiel Büraberg mit den
Filialkirchen in Ungedanken, Rothelmshausen, Holzheim, Mandern, Wega,
Braunau und Wenzigerode. Damals kommt auch der Begriff einer
Wallfahrtskirche auf. Anschließend verfällt sie zunehmend, wird im
Dreißigjährigen Krieg zerstört und von der umliegend wohnenden Bevölkerung
als „Steinbruch“ benutzt, 1692 aber wieder hergestellt und seit dieser
Zeit mehrfach „renoviert“. Aus dem Jahre 1928 ist insbesondere die
Erneuerung der Decken- und Dachkonstruktion zu nennen, bei welcher das auf
alten Fotoaufnahmen belegte, barocke Krüppelwalmdach durch ein steileres
Satteldach ersetzt und dazu das Mauerwerk des Westgiebels entsprechend neu
aufgemauert wurde. 1972 erfolgte eine Renovierung der Kapelle, um sie für
die Dauer eines Kirchenneubaues in Ungedanken für die Gottesdienste nutzen
zu können. Die Arbeiten wurden mit sehr begrenzten Mitteln in der in
dieser Zeit üblichen Art ausgeführt. Unter anderem wurden Raumwände und
Decke mit Dispersionsfarbe gestrichen, auch die erst 1928 wieder
freigelegte Grisaillemalerei aus dem Jahre 1692 am Chorbogen.
Als im Jahr 1999 um die Zustimmung zur Erneuerung einzelner schadhafter
Fensterverglasungen gebeten wurde, musste festgestellt werden, dass der
Zustand der geborstenen Fenstergewände und die zum Teil ausgewaschenen
Fugen und Klüfte im Außenmauerwerk, Schäden an der Dachhaut, die
mangelhafte Dachentwässerung und der trostlose Zustand des Innenraumes
umfassendere Maßnahmen erforderte. Untersuchungen wurden anberaumt, um zum
einen den notwendigen Aufwand zur Instandsetzung der Baukonstruktion zu
ermitteln, zum anderen um die wissenschaftlich noch ungeklärten Fragen der
Kapelle und der umgebenden Befestigungsanlage zu beantworten, Ergebnisse
zu sichern und zu dokumentieren.
Um
Einzelheiten der konservatorischen und restauratorischen Behandlung von
Außenflächen und Innenraumschale zu klären und den dafür erforderlichen
Aufwand zu ermitteln, legte man im Jahr 2001 eine Musterachse an und
erneuerte gleichzeitig die Dacheindeckung. Im Jahr 2002 konnte in einem
ersten Bauabschnitt die Instandsetzung und Restaurierung an den noch nicht
bearbeiteten Außen- und Innenflächen der südlichen Schiffwand sowie der
westlichen Innenfläche der Wand zwischen Schiff und Chor mit Freilegung
der Bemalung von 1692 durchgeführt werden.
Als
bisher eindeutig ältester Bauteil ist die Chorbogenwand zwischen Schiff
und Chorbereich anzusprechen. Bereits bei den archäologischen Grabungen
konnten dort Baunähte aufgedeckt werden. Sie wurden dort allerdings als
Beweis für eine umgekehrte Bauabfolge gewertet, die auch dadurch widerlegt
wird, dass Reste der ersten Verputzphase auf der Ostseite der Chorwand von
Erstputz des Chorgewölbes überlappt wird. Aus dem Mörtel der ältesten
Mauerwerkspartien der Chorwand konnten im Spätherbst 2002 zu beiden Seiten
des Chorbogens Holzproben geborgen werden, die nach der C 14-AMS-Analyse
zweifelsfrei eine Datierung dieses Bauteiles in den Zeitraum zwischen 543
und 658 bzw. 558 und 667 zulassen und damit den bereits von den
Archäologen vermuteten frühen Ursprung des Baues bestätigen.
Vor
allem die Untersuchungen von H. M. Hangleiter während des ersten
Bauabschnittes belegten zum einen die frühe Entstehung und Bedeutung der
Kapelle als in ihrem Ursprung frühesten Kirchenbau außerhalb des Limes.
Gerade
diese außergewöhnlichen Ergebnisse werfen eine Vielzahl neuer Fragen auf.
Dies erfordert es, dass auch die zukünftigen Restaurierungsabschnitte
durch qualifizierte Untersuchungen, Sicherungen und Dokumentation aller
für die Bau- und Veränderungsgeschichte bedeutsamen Spuren im
interdisziplinären Kreis von Restauratoren, Bauforschern, Denkmalpflegern,
Archäologen und Naturwissenschaftlern begleitet werden. |